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Kim Alings

Doktorandin

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Dissertationsprojekt

Auctoritas. Semantische Zugänge zu einem Schlüsselbegriff des 9. Jahrhunderts‘

„Zwei sind es ja, erhabener Kaiser, von denen diese Welt vornehmlich regiert wird: die heilige Autorität der Bischöfe (auctoritas sacrata pontificum) und die herrscherliche Gewalt (regalis potestas).“

Dies schrieb Papst Gelasius I. 494 an den byzantinischen Kaiser Anastasios I. Kein anderer Satz aus den spätantiken Papstbriefen wurde häufiger im weiteren Geschichtsverlauf zitiert, wenn es um die Frage nach dem Verhältnis zwischen König und Kirche ging. Erstmalig geschah dies auf der Synode von Paris 829 bei dem Versuch, die stagnierenden Reformmaßnahmen neu zu beleben. Doch schon im nächsten Jahr setzten politische Wirren ein, die das Verhältnis von karolingischen Herrschern, Kirche und Großen des reiches für geraume Zeit auf die Probe stellen sollten.  Auctoritas wurde nun besonders in normativen Texten zu einem Schlüsselbegriff. Dabei konnte er unterschiedliche Bedeutungen haben. Zum Einen wurde er als christlicher Lehrbegriff, zum anderen als politische Leitvokabel verstanden.

Ziel des Dissertationsprojektes soll eine synchron-semantische Erfassung des auctoritas-Begriffs in karolingischen Quellen sein. Die diskursive Semantik der vor und in der Zeit der Reichskrise entstandenen Texte soll dabei ins Zentrum der Arbeit gerückt werden. Es soll geklärt werden, was man unter auctoritas verstand und wann, wie und warum der Begriff in schriftlichen Zeugnissen des 9. Jahrhunderts verwendet wurde. Besonders die Fragen nach dem wann und warum verbinden die sprachliche mit einer historischen Analyse. Sie thematisieren neben den ereignisgeschichtlichen Zusammenhängen explizit die konkreten Kommunikationssituationen. Dies verspricht neue Erkenntnisse für die Erforschung der (kirchen-)politischen Strukturen sowie deren Kommunikation in der Karolingerzeit.

Kurzbiografie

Seit 10/2013Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung
Seit 04/2013Kollegiatin an der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne
Seit 04/2013Promotionstudium an der Universität zu Köln
04/2006–06/2011Studium der Mittelalterlichen und Neueren Geschichte, Alten Geschichte und Fundamentaltheologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn

Praktische Tätigkeiten

Seit 07/2011wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Matthias Becher, Abteilung für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Bonn
07/2013–03/2014Mitarbeiterin bei der Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
10/2008–07/2011Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Becher
06/2008–12/2008Studentische Hilfskraft in der Abteilung für Handschriften und RARA an der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn