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Dr. Lioba Geis

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Historisches Institut
Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters
Schwerpunkt Früh- und Hochmittelalter
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Tel.: 0221-470-3849
Fax: 0221-470-6707
lioba.geis(at)uni-koeln.de

Kontakt

Raum: 4.106 (Philosophikum)
Tel.:  0221-470-3849
Fax: 0221-470-6707

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Sprechstunde

Derzeit befinde ich mich in Elternzeit und bin daher ausschließlich über E-Mail zu erreichen.

Veranstaltungen

Im Sommersemester 2018 biete ich keine Lehrveranstaltungen an.

Kurzbiographie

Mai 2012 Promotion

seit April 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters, Schwerpunkt Früh- und Hochmittelalter, Universität zu Köln

seit Juli 2011 Rezensionsredakteurin bei H-Soz-u-Kult

2008-2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Mittlere Geschichte, RWTH Aachen University (Prof. Dr. Harald Müller)

2008-2011 Forschungsaufenthalte am Deutschen Historischen Institut, Rom

2008-2010 Leitung des Projekts „Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter“, gemeinsam mit Dr. David Engels und Michael Kleu, M.A. (Université Libre de Bruxelles, RWTH Aachen University)

2006-2011 Dissertation "Hofkapelle und Kapläne im Königreich Sizilien (1130-1266)", betreut von Prof. Dr. Harald Müller und Prof. Dr. Hubert Houben (Università del Salento, Lecce)

2006-2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Mittlere Geschichte, RWTH Aachen University (Prof. Dr. Max Kerner)

2001-2006 Magisterstudium der Geschichte, Kunstgeschichte und Katholischen Theologie, RWTH Aachen University

2000-2001 Magisterstudium der Geschichte und Anglistik, RWTH Aachen University

Habilitationsprojekt

"Moralische Ökonomie und kirchliches Amt. Simoniediskurse im frühen Mittelalter (600-1050)"

Das Projekt widmet sich frühmittelalterlichen Simoniediskursen im Frankenreich mit seinen Nachfolgereichen und in Italien. Simonie wird hierbei als Geldzahlung, Geldannahme oder allgemeiner als Gabe im Sinne einer intentionalen materiellen Beeinflussung einer konkreten klerikalen Amtshandlung verstanden. Ziel des Projektes ist es, die zeitgenössische Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung simonistischer Handlungen mithilfe einer breiten Quellenbasis (kirchliches und weltliches Recht, Briefe, hagiographische und historiographische Zeugnisse, theologische Literatur, Gedichte) und auf Basis eines umfangreichen methodischen Zugriffs (Diskursanalyse, historische Korruptionsforschung, Überlegungen zu Wahrnehmung, Vorstellung und sozialem Wissen, Ansätze zur moralischen Ökonomie und zur Gabentauschpraxis) mehrdimensional zu untersuchen. Grundlegend ist hierbei eine Auswertung der divergierenden terminologischen Umschreibungen, die in den Quellen für simonistische Handlungen verwendet werden. Sie ermöglicht nicht nur, den damaligen Sprachgebrauch zu reflektieren, sondern auch die konkreten Kontexte, in denen simonistische Akte von den Zeitgenossen vermutet bzw. vermeintlich oder tatsächlich begangen wurden, zu ermitteln. Die an Simonie beteiligten Personen, ihre je eigene Motivation und der Grad ihrer Selbstreflexion werden dabei ebenso untersucht wie die Bewertung der entsprechenden Handlungen durch die nicht aktiv involvierten Zeitgenossen. Auf diese Weise lässt sich prüfen, in welchen Fällen Simonie als ein inkriminierender Tatbestand oder als ein gesellschaftlich anerkanntes Verhalten verstanden wurde. Eine Analyse der in den Quellen zu greifenden Wechselbeziehungen zwischen Simonie und weiteren, von der Forschung unter dem Sammelbegriff Korruption gefassten Formen ermöglicht darüber hinaus, neue Perspektiven auf die Thematik zu werfen und die zeitgenössischen Simoniediskurse methodisch ganzheitlicher als in der bisherigen Forschung zu analysieren. Besonderes Augenmerk richtet das Projekt auf die Simoniediskurse in kirchlichen und weltlichen Rechtstexten, wenn nicht nur die normativen Aussagen über Simonie betrachtet werden, sondern auch der Stellenwert dieses Phänomens innerhalb der Rechtssammlungen in den Blick genommen wird, um das Problembewusstsein, das die Rechtstexte über Simonie zu erkennen geben, aufzuzeigen. Schließlich wird untersucht, in welcher Form und Intensität das frühmittelalterliche Nachdenken über Simonie die damaligen Bemühungen um eine Kirchen- und Gesellschaftsreform sowie das zeitgenössische klerikale Amtsverständnis beeinflusste und veränderte. Das Projekt schließt damit eine Forschungslücke innerhalb der Mediävistik und erweist sich aufgrund der inhaltlichen wie methodischen Neuausrichtung des Themas in hohem Maß als anschlussfähig an aktuelle Forschungsfelder.

Forschungsgebiete

  • Früh- und hochmittelalterliche Kirche und Gesellschaft
  • Rechtsgeschichte
  • Geschichte des Königreichs Sizilien
  • Normannen- und Stauferherrschaft
  • Mittelalterliche Institutionen

Publikationen

Monographie:

  • Hofkapelle und Kapläne im Königreich Sizilien (1130-1266) (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 128), Berlin/Boston 2014; ausgezeichnet 2014 mit dem Wissenschaftlichen Förderpreis der Stauferstiftung Göppingen

Herausgeberschaft:

  • Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010 [gemeinsam mit D. Engels u. M. Kleu]

Aufsätze:

  • The Perception and Handling of Simony in Southern Italy during the Eleventh and Twelfth Centuries, in: J. Drell, P. Oldfield (Hg.), Rethinking Norman Italy. Studies in Honour of Graham A. Loud, Manchester (in Vorbereitung)
  • "Tota terra inhorruit"? Die Folgen der Eroberung Süditaliens für Klöster und Städte (erscheint im Band zur Herbsttagung des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte e. V. "Herrschaft über fremde Völker und Reiche. Formen, Ziele und Probleme der Eroberungspolitik im Mittelalter", hg. von Hermann Kamp)
  • Kirchenrechtliche Norm und diözesane Praxis. Strategien des Umgangs mit Simonie im frühen 11. Jahrhundert (erscheint im Band zur Tagung "Jenseits des Königshofs. Bischöfe und ihre Diözesen im nachkarolingischen ostfränkisch-deutschen Reich (850-1100)", hg. von Andreas Bihrer, Stephan Bruhn)
  • St. Marien als "Pfalzkapelle"? Eine alte Frage erneut gestellt, in: H. Müller, C. M. M. Bayer, M. Kerner (Hg.), Die Aachener Marienkirche. Aspekte ihrer Archäologie und frühen Geschichte (Der Aachener Dom in seiner Geschichte. Quellen und Forschungen 1), Regensburg 2014, S. 209-214.
  • Herrschaft auf Sizilien zwischen Ideal und Wirklichkeit. Bemerkungen zur Konzeption eines Sammelbandes, in: D. Engels, L. Geis u. M. Kleu (Hg.), Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010, S. 7-12 [gemeinsam mit D. Engels u. M. Kleu].
  • Die Hofkapelle als Herrschaftsinstrument Rogers II. für Sizilien?, in: D. Engels, L. Geis u. M. Kleu (Hg.), Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010, S. 283-305.
  • Herrschaft auf Sizilien zwischen Ideal und Wirklichkeit. Bilanz und Perspektiven, in. D. Engels, L. Geis u. M. Kleu (Hg.), Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010, S. 351-360 [gemeinsam mit D. Engel u. M. Kleu]
  • "Bonum certamen certare". Zur Geschichte des Templerordens (1119-1314), in: M. Piana (Hg.), Burgen und Städte der Kreuzzugszeit (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 65), Petersberg 2008, S. 70-80.
  • "Modus vivendi claustralium". Der Bienenstaat als Symbol klösterlichen Zusammenlebens. Zum Bonum universale de apibus des Thomas von Cantimpré, in: D. Engels u. C. Nicolaye (Hg.), Ille operum custos. Kulturgeschichtliche Beiträge zur antiken Bienensymbolik und ihrer Rezeption (Spudasmata 118), Hildesheim 2008, S. 185-203.
  • Das "Siegel der Ewigkeit" als Universalsymbol. Diagrammatik bei Heymericus de Campo (1395-1460), in: D. Groß u. S. Westermann (Hg.), Vom Bild zur Erkenntnis? Visualisierungskonzepte in den Wissenschaften (Studien des Aachener Kompetenzzentrums für Wissenschaftsgeschichte 1), Kassel 2007, S. 131-147.
  • Die Aachener Pala d'oro - ein Spiegel christologischer Ideen und endzeitlicher Erwartungen zu Beginn des 11. Jahrhunderts?, in: M. Kerner (Hg.), Der Aachener Dom als Ort geschichtlicher Erinnerung, Köln 2004, S. 315-336.
  • Überlegungen zur Liturgie in der Aachener Marienkirche, in: M. Kerner (Hg.), Der Aachener Dom als Ort geschichtlicher Erinnerung, Köln 2004, S. 555-574.
  • Fremde, Verbündete, Gegner? Muslime und Juden im Verständnis Karls des Großen, in: W. Dreßen, G. Minkenberg u. A. C. Oellers (Hg.), Ex oriente. Isaak und der weiße Elefant, Bd. 3: Aachen. Der Westen. 800 und heute, Mainz 2003, S. 78-93.

Rezensionen für: H-Soz-u-Kult, Historische Zeitschrift, Deutsches Archiv, Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken, sehepunkte, geschichte.transnational

Mitgliedschaften

Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands e.V. (VHD)
Zentrum für Mittelalterstudien Köln (ZEMAK)
Kuratorium der Europäischen Stiftung Aachener Dom (ESAD)