zum Inhalt springen

Der letzte Gegenpapst

Herzog Amadeus von Savoyen reitet nach seiner Wahl zum Papst Felix V. am 18. Juni 1440 in Bern ein, Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.I.2, S. 7. Foto: Codices Electronici AG, www.e-codices.ch

Studien zu Legitimationsstrategie und Herrschaftspraxis von Felix V. (1434–1451)

Die Untersuchung des Gegenpapstes Felix V. geht grundsätzlichen Fragen zum Erwerb von Legitimität und der Konstruktion von Autorität nach und leistet damit einen Beitrag zur Historisierung des Papsttums insgesamt. Dabei muss Felix V. als Endpunkt des konziliaren Zeitalters (1409–1449) betrachtet werden. Denn sein Rücktritt von der Papstwürde und die Selbstauflösung des Basler Konzils in Lausanne (1449) markieren das Ende des Konziliarismus, das zugleich zu einer entscheidenden Stabilisierung des Papsttums führte.

In der Dissertationsschrift werden die verschiedenen Formen der Legitimierungsstrategien des Gegen-Papstes Felix V. (1439–1449) freigelegt und mit Blick auf die Herrschaftspraxis kontextualisiert. Das Basler Konzil hatte am 5. November 1439 nach dem Bruch mit Papst Eugen IV. den savoyischen Herzog Amadeus VIII. zum Papst gewählt, der sich Papst Felix V. nannte. Er war nicht nur der letzter Laie, der zum Papst gewählt und gekrönt wurde, sondern gilt auch als letzter Gegenpapst, der Anspruch auf die Cathedra Petri erhoben hatte. Die Durchsetzung dieses Anspruchs misslang schließlich, was zur Folge hatte, dass Felix fast zehn Jahre nach seiner Wahl, am 7. April 1449, seine päpstliche Würde in Form einer renuntiatio ablegte und den römischen Prätendenten Nikolaus V. als rechtmäßigen Papst anerkannte. Durch die intensive Analyse der schriftlichen wie der materiellen Überlieferung konnten zentrale Forschungslücken geschlossen und bisherige Einschätzungen korrigiert werden.

Das Dissertationsprojekt entstand zwischen 2006 und 2011 an der HU Berlin unter der Betreung von Prof. Dr. Johannes Helmrath und in Kooperation mit dem Schweizer Graduiertenkolleg Pro*Doc „Kunst als Kulturtransfer seit der Renaissance“. Es wurde von der Gerda Henkel Stiftung mit einem Promotionsstipendium und einem Druckkostenzuschuss gefödert.

Inhaltsverzeichnis

Zum Buch: http://www.boehlau-verlag.com/978-3-412-22359-5.html