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Dr. Lioba Geis

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Historisches Institut
Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters
Schwerpunkt Früh- und Hochmittelalter
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

 

Kontakt

Meister-Ekkehart-Straße 11, EG, Raum 0.07
Tel.:  0221-470-2204
Fax: 0221-470-6707
lioba.geis(at)uni-koeln.de

Sprechstunde

Donnerstags von 16-17 Uhr in meinem Büro; gerne können auch Alternativtermine per E-Mail vereinbart werden.

Veranstaltungen

Wintersemester 2022/23: Brun von Köln (925-965) - Kanzler, Erzbischof, Herzog, Heiliger (ES)

Kurzbiographie

seit 10/2022 Forschungsreferentin, Forschungsstelle "Geschichte Kölns", Universität zu Köln

2019-2022 Eigene Stelle, gefördert durch die DFG

2012-2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters, Schwerpunkt Früh- und Hochmittelalter, Universität zu Köln

seit 2011 Rezensionsredakteurin bei H-Soz-Kult sowie Mitglied der Steuerungsgruppe bei H-Soz-Kult

2008-2011 Forschungsaufenthalte am Deutschen Historischen Institut, Rom

2006-2011 Dissertation "Hofkapelle und Kapläne im Königreich Sizilien (1130-1266)", betreut von Prof. Dr. Harald Müller und Prof. Dr. Hubert Houben (Università del Salento, Lecce)

2006-2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Mittlere Geschichte, RWTH Aachen University

2000-2006 Magisterstudium der Geschichte, Anglistik, Kunstgeschichte und Katholischen Theologie, RWTH Aachen University

Habilitationsprojekt

"Moralische Ökonomie und kirchliches Amt. Simoniediskurse im frühen Mittelalter (600-1050)"

Das Projekt widmet sich frühmittelalterlichen Simoniediskursen im Frankenreich mit seinen Nachfolgereichen und in Italien. Ziel des Projektes ist es, die zeitgenössische Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung simonistischer Handlungen mithilfe einer breiten Quellenbasis und auf Basis eines umfangreichen methodischen Zugriffs mehrdimensional zu untersuchen. Grundlegend ist hierbei eine Auswertung der divergierenden terminologischen Umschreibungen, die in den Quellen für simonistische Handlungen verwendet werden. Sie ermöglicht nicht nur, den damaligen Sprachgebrauch zu reflektieren, sondern auch die konkreten Kontexte, in denen simonistische Akte von den Zeitgenossen vermutet bzw. vermeintlich oder tatsächlich begangen wurden, zu ermitteln. Die an Simonie beteiligten Personen, ihre je eigene Motivation und der Grad ihrer Selbstreflexion werden dabei ebenso untersucht wie die Bewertung der entsprechenden Handlungen durch die nicht aktiv involvierten Zeitgenossen. Auf diese Weise lässt sich prüfen, in welchen Fällen Simonie als ein inkriminierender Tatbestand oder als ein gesellschaftlich anerkanntes Verhalten verstanden wurde. Eine Analyse der in den Quellen zu greifenden Wechselbeziehungen zwischen Simonie und weiteren, von der Forschung unter dem Sammelbegriff Korruption gefassten Formen ermöglicht darüber hinaus, neue Perspektiven auf die Thematik zu werfen und die zeitgenössischen Simoniediskurse methodisch ganzheitlicher als in der bisherigen Forschung zu analysieren. Besonderes Augenmerk richtet das Projekt auf die Simoniediskurse in kirchlichen und weltlichen Rechtstexten, wenn nicht nur die normativen Aussagen über Simonie betrachtet werden, sondern auch der Stellenwert dieses Phänomens innerhalb der Rechtssammlungen in den Blick genommen wird, um das Problembewusstsein, das die Rechtstexte über Simonie zu erkennen geben, aufzuzeigen. Schließlich wird untersucht, in welcher Form und Intensität das frühmittelalterliche Nachdenken über Simonie die damaligen Bemühungen um eine Kirchen- und Gesellschaftsreform sowie das zeitgenössische klerikale Amtsverständnis beeinflusste und veränderte.

Forschungsgebiete

  • Früh- und hochmittelalterliche Kirche und Gesellschaft
  • Rechtsgeschichte
  • Geschichte des Königreichs Sizilien
  • Normannen- und Stauferherrschaft
  • Mittelalterliche Institutionen
  • Geschichte Kölns

Publikationen

Monographien:

  • Hofkapelle und Kapläne im Königreich Sizilien (1130-1266) (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom 128), Berlin/Boston 2014; ausgezeichnet mit dem Wissenschaftlichen Förderpreis der Stauferstiftung Göppingen (2014)
  • Moralische Ökonomie und kirchliches Amt. Simoniediskurse im frühen Mittelalter (600-1050) (in Vorbereitung)

Herausgeberschaft:

  • Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010 [gemeinsam mit D. Engels, M. Kleu]

Aufsätze:

  • Auswahl, Anordnung, Anpassung. Die Verarbeitung von Simonieverboten in (kirchenrechtlichen) Handschriften der Kölner Dombibliothek, in: H.Horst (Hg.), Mittelalterliche Handschriften der Kölner Dombibliothek. Neuntes Symposion der Diözesan- und Dombibliothek Köln (25. und 26. November 2022) (in Vorbereitung)
  • Moralische Ökonomie und kirchliches Amt. Simoniediskurse im Kirchenrecht (9. bis frühes 11. Jahrhundert), in: S. Esders, K. Ubl (Hg.), Kollision und Interferenz normativer Ordnungen im frühen und hohen Mittelalter (Vorträge und Forschungen) (eingereicht).
  • "Tota terra inhorruit"? Die Folgen der Eroberung Süditaliens für Klöster und Städte, in: H. Kamp (Hg.), Herrschaft über fremde Völker und Reiche. Formen, Ziele und Probleme der Eroberungspolitik im Mittelalter (Vorträge und Forschungen 93), Ostfildern 2022, S. 215-247.
  • The Battle Against Simony in Norman Italy. Perceptions, Interpretations, Measures and Consequences, in: J. H. Drell, P. Oldfield (Hg.), Rethinking Norman Italy. Studies in Honour of Graham A. Loud (Artes liberales), Manchester 2021, S. 227-244.
  • Kirchenrechtliche Norm und diözesane Praxis. Strategien des Umgangs mit Simonie im frühen 11. Jahrhundert, in: A. Bihrer, S. Bruhn (Hg.), Jenseits des Königshofs. Bischöfe und ihre Diözesen im nachkarolingischen ostfränkisch-deutschen Reich (850-1100) (Studien zur Germania Sacra. Neue Folge 10); Berlin/Boston 2019, S. 177-208.
  • St. Marien als "Pfalzkapelle"? Eine alte Frage erneut gestellt, in: H. Müller, C. M. M. Bayer, M. Kerner (Hg.), Die Aachener Marienkirche. Aspekte ihrer Archäologie und frühen Geschichte (Der Aachener Dom in seiner Geschichte. Quellen und Forschungen 1), Regensburg 2014, S. 209-214.
  • Herrschaft auf Sizilien zwischen Ideal und Wirklichkeit. Bemerkungen zur Konzeption eines Sammelbandes, in: D. Engels, L. Geis, M. Kleu (Hg.), Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010, S. 7-12 [gemeinsam mit D. Engels, M. Kleu].
  • Die Hofkapelle als Herrschaftsinstrument Rogers II. für Sizilien?, in: D. Engels, L. Geis, M. Kleu (Hg.), Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010, S. 283-305.
  • Herrschaft auf Sizilien zwischen Ideal und Wirklichkeit. Bilanz und Perspektiven, in. D. Engels, L. Geis, M. Kleu (Hg.), Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Herrschaft auf Sizilien von der Antike bis zum Spätmittelalter, Stuttgart 2010, S. 351-360 [gemeinsam mit D. Engels, M. Kleu]
  • "Bonum certamen certare". Zur Geschichte des Templerordens (1119-1314), in: M. Piana (Hg.), Burgen und Städte der Kreuzzugszeit (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 65), Petersberg 2008, S. 70-80.
  • "Modus vivendi claustralium". Der Bienenstaat als Symbol klösterlichen Zusammenlebens. Zum Bonum universale de apibus des Thomas von Cantimpré, in: D. Engels, C. Nicolaye (Hg.), Ille operum custos. Kulturgeschichtliche Beiträge zur antiken Bienensymbolik und ihrer Rezeption (Spudasmata 118), Hildesheim 2008, S. 185-203.
  • Das "Siegel der Ewigkeit" als Universalsymbol. Diagrammatik bei Heymericus de Campo (1395-1460), in: D. Groß, S. Westermann (Hg.), Vom Bild zur Erkenntnis? Visualisierungskonzepte in den Wissenschaften (Studien des Aachener Kompetenzzentrums für Wissenschaftsgeschichte 1), Kassel 2007, S. 131-147.
  • Die Aachener Pala d'oro - ein Spiegel christologischer Ideen und endzeitlicher Erwartungen zu Beginn des 11. Jahrhunderts?, in: M. Kerner (Hg.), Der Aachener Dom als Ort geschichtlicher Erinnerung, Köln 2004, S. 315-336.
  • Überlegungen zur Liturgie in der Aachener Marienkirche, in: M. Kerner (Hg.), Der Aachener Dom als Ort geschichtlicher Erinnerung, Köln 2004, S. 555-574.
  • Fremde, Verbündete, Gegner? Muslime und Juden im Verständnis Karls des Großen, in: W. Dreßen, G. Minkenberg, A. C. Oellers (Hg.), Ex oriente. Isaak und der weiße Elefant, Bd. 3: Aachen. Der Westen. 800 und heute, Mainz 2003, S. 78-93.

Lexikon- und Handbuchartikel:

  • Art. Simonie, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, 2. völlig überarbeitet und erweiterte Auflage (in Vorbereitung).

Rezensionen für: H-Soz-Kult, Historische Zeitschrift, Deutsches Archiv, Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken, sehepunkte, geschichte.transnational, Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung

Mitgliedschaften

Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands e.V.
Förderverein Geschichte in Köln e.V.
Zentrum für Mittelalterstudien Köln
Kuratorium der Europäischen Stiftung Aachener Dom