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Habilitationsprojekt

Sammeln und auswählen, ordnen und deuten. Geschichte(n) schreibende Handwerker und ihre Chroniken im 15. und 16. Jahrhundert

In meiner Studie untersuche ich städtische Chroniken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die von Handwerkern geschrieben wurden. Die Chronikmanuskripte werden als Artefakte städtischer Kultur und als Textträger verstanden und sowohl auf ihre Materialität als auch auf ihren Inhalt hin untersucht. So verschränke ich eine literaturhistorische Untersuchung der Texte mit einer kodikologischen Untersuchungen der Manuskripte. Zudem erforsche ich historisch vergleichend die Chronisten.

Am Beispiel von Geschichte(n) schreibenden Handwerkern wird gezeigt, wie Geschichtsschreibung in der Stadt an der Schwelle zur Frühen Neuzeit funktionierte. Ich untersuche, welche Informationen in den Manuskripten wie gesammelt, ausgewählt, geordnet und gedeutet wurden. Darüber hinaus kläre ich, welche Kompetenzen und Fähigkeiten ein Schreiber im 15. und 16. Jahrhundert mitbringen musste, um Produzent einer Chronik werden und so an den kulturellen Praktiken seiner Zeit teilnehmen zu können. Außerdem untersuche ich, welche Eigenschaften eine Chronik besitzen musste und leiste damit einen wichtigen Beitrag zu Fragen der Gattungskonventionen. Nicht zuletzt wird die Analyse zeigen, dass die Manuskripte für aktuelle Forschungsfragen stets mituntersucht werden müssen.

Eine Forschungsskizze kann bei Interesse angefragt werden: bruchjSpamProtectionuni-koeln.de.

 

Abbildung oben: Ausschnitt aus BSB, CGM 3091, fol. 153r.

Abbildung links: WLB, Cod. hist. fol. 679, fol. 103v.